Kaser Alasaad
Herkunft: Syrien
In der Schweiz: seit 2013
Studium in Syrien:
Islamologie/Islamwissenschaften
Arabistik
Islamische Beratung
Koran auswendig lernen
Tätigkeit in Syrien:
Imam, muslimischer Berater und Arabischlehrer
Weiterbildungen in der Schweiz:
2022 Weiterbildungslehrgang „Zürich Kompetenz“ für Imame und muslimische Betreuungspersonen (Projekt von VIOZ, Kanton Zürich und Universität Fribourg)
2018 Lehrgang Muslimische Seelsorge, Universität Freiburg / QuaMS
2018 Problem Management Plus (PM+): Helfertraining für syrische Geflüchtete, Universität Zürich
2017–2018 CAS Religious Care in Migration Contexts, Universität Bern
2015 Praktikum in der Flüchtlingsbetreuung, ORS (Organisation für Regie- und Spezialaufträge)
seit 2014 Verschiedene Integrationskurse
Tätigkeit in der Schweiz:
2018–2019 Praktikum in der muslimischen Seelsorge, UniversitätsSpital Zürich
seit 2018 Mitarbeit als Helfer für syrische Geflüchtete, UniversitätsSpital Zürich (Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik)
seit 2018 Muslimischer Seelsorger in verschiedenen Bundesasylzentren und Spitälern in Zürich (QuaMS: Qualitätssicherung der Muslimischen Seelsorge in öffentlichen Institutionen)
– Referent für Vorträge und Workshops an Schweizer Schulen
– Muslimischer Seelsorger an der Universität Zürich
seit 2017 Imam bei der Islamischen Gemeinschaft Volketswil Zürich (IGVZ)
seit 2016 Muslimischer Seelsorger in verschiedenen Bundesasylzentren im Kanton Zürich, im Auftrag des SEM (Staatssekretariat für Migration)
2015 Arabischlehrer, Autonome Schule Zürich (ASZ)
Was ist Imam Kaser wichtig?
Für mich ist es selbstverständlich, die Gesetze der Schweiz zu respektieren. Insbesondere die Menschenrechte betrachte ich als Grundlage und Mindestvoraussetzung für das Zusammenleben in einer pluralistischen Gesellschaft.
Es ist mir ein Anliegen, die unterschiedlichen muslimischen Strömungen und kulturellen Prägungen auf einen gemeinsamen Nenner zu bringen. Musliminnen und Muslime sollen ihren Glauben leben können, ohne sich in eine Parallelgesellschaft zurückzuziehen. Der Glaube soll Integration unterstützen und nicht behindern.
Ebenso ist es mir wichtig, einen moderaten Islam zu vermitteln. Dazu gehört, Menschen anderer Religionen zu achten, zu respektieren und wertzuschätzen. Gläubige mit Migrationshintergrund möchte ich dafür sensibilisieren, dass in der Schweiz teilweise andere kulturelle Rahmenbedingungen gelten als im Herkunftsland und dass deren Akzeptanz zentral ist, um sich hier nachhaltig integrieren zu können. Jede radikale Auslegung von Religion lehne ich konsequent ab.
Für mich ist die Moschee nicht nur ein Ort für streng praktizierende Muslime, sondern auch ein offener, niederschwelliger Raum für Menschen, die ihren Glauben leben möchten, ohne immer alle Regeln lückenlos umsetzen zu können oder zu wollen. In diesem Sinn verstehe ich mich als Brückenbauer: Mir ist wichtig, dass sich in der Moschee sowohl traditionsverbundene als auch stärker westlich geprägte Musliminnen und Muslime willkommen und wohl fühlen.
Ich möchte Jugendliche im klassischen Sinn ausbilden: mit Koranrezitation und bewährten spirituellen Übungen aus der Überlieferung. Gleichzeitig soll dabei auch Raum sein für analytisches Denken, kritisches Fragen und reflektiertes Verstehen. Mir ist wichtig, Jugendliche für Chancen und Risiken des Internets zu sensibilisieren und ihr selbstständiges Urteilsvermögen gezielt zu stärken.
Meine Predigten sind transparent und werden auf Arabisch und Deutsch gehalten. Sie sind nicht politisch ausgerichtet, sondern bieten Gläubigen eine praxisnahe Orientierung dafür, wie die Botschaft des Korans im Alltag umgesetzt werden kann, etwa im Verhalten während des Ramadans, bei der korrekten Ausführung der Gebete und in weiteren Lebensfragen.
Als Imam verstehe ich meine Aufgabe als geistliche Leitung mit klarer Verantwortung gegenüber der Gemeinde. Ich begleite Menschen in Fragen des Glaubens, der religiösen Praxis und der Ethik und setze mich für ein Umfeld ein, das Vertrauen, Respekt und Zusammenhalt stärkt. Mir ist wichtig, religiöse Inhalte verständlich, alltagsnah und verbindend zu vermitteln, ohne Druck und ohne Ausgrenzung. Die Moschee soll ein Ort sein, an dem Menschen spirituell wachsen können, Fragen stellen dürfen und Unterstützung finden, um ihren Glauben stabil, verantwortungsvoll und im Einklang mit dem Leben in der Schweiz zu praktizieren.
